Donnerstag, 20. August 2020

16.August 2020

Naima spricht gerne über Religion, was mich manchmal etwas nervt. Als junges Mädchen wurde sie mit einem sehr viel älteren Mann verheiratet von dem sie im Islam unterrichtet wurde. Als gelehrige Schülerin gibt sie das gerne weiter.
Naima also sagt mir - was ich bereits weiss - dass eine Witwe ihre Haare abrasieren müsse. Und 3 Monate, Naima betont nun 3 Monate und 10 Tage, nicht unter die Leute gehen dürfe. Wenn sie hinaus gehen müsse, dann müsse  sie den Nikabu, die Vollverschleierung tragen, denn sie solle nicht erkannt werden und auch mit niemandem sprechen. - Wenn ich nun, was nicht sehr häufig ist, eine Frau mit Vollverschleierung antreffen, dann denke ich, das dies wohl eine Witwe sei. - Oder vielleicht doch nur eine der noch viel selteneren Frauen, die Angst vor Covid-19 haben?

Naima umgeben von unseren vielen Strassenkatzen. Aufgenommen von
einem Passanten. Die junge Witwe hat viele Verehrer hier. Ich hoffe,
sie wird auch nach einer allfälligen Hochzeit weiter bei mir arbeiten.

Naima bemerkt heute etwas bitter, sie sei die einzige in ihrer Familie gewesen, die nicht ihren Träumen habe folgen können. Sie hätte Ihre jüngste Halbschwester gerne nach Sansibar geholt, sie ist erst zwanzig. Ich finde das gut. Hier eine Ausbildung als Hauspflegerin im Hotelfach machen, und nebenbei einen Teilzeitjob haben, sie könnte Naima bei ihrer Arbeit unterstützen. - Doch nein, die will nicht. Sie will auf dem Festland Hochzeitsdekorateurin lernen. Dort boomen gerade die westlich inszenierten Hochzeiten, die wie bereits erwähnt, mehrere Tage dauern können und enorm viel Geld verschlingen. Ein Jungmädchentraum, finde ich, aber was solls.
Hochzeitsgängerinnen, es wird viel aufgewendet, das Hochezeitsgeschäft
boomt. Offenbar gibt es sogar eine Ausbildung darin.



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