Donnerstag, 4. März 2021

8.Februar 2021

Salum telefoniert mir am Morgen, ich solle aufpassen, die Todesfallzahlen seien nun wirklich gestiegen, jeden Tag Tote in der Stadt, heute bereits 3. Gestern wurde auf dem Platz vor unserem Haus ein Zelt aufgestellt. Als ich fragte wozu, meinte man, wegen einem Todesfall. Die Leute versammeln sich dann zum beten.

Das Lachen soll uns nicht vergehen.

Markus erzählte mir am Samstag, dass seine Exfrau in Mwanza Corona gehabt habe, schlimm, doch keine Hospitalisation. Der Deutsche Arzt, der sie behandelt und getestet habe, habe jedoch gemeint, das dürfe sie niemandem sagen, denn sonst bekäme er Schwierigkeiten mit den Behörden. Offiziell darf nur die Regierung sagen, wen es erwischt hat und wen nicht. Die Gesundheitsinstitutionen müssen alle Resultate an die Regierung abliefern und da Magufuli das Vorhandensein von Corona immer noch leugnet, sind die Statistiken sicher gefälscht.


Hier in Sansibar haben die Fluggesellschaften ein Testzentrum eingerichtet. Doch die Passagiere haben auch kein Interesse, positiv getestet zu werden und wissen, dass man hier mit etwas Bestechungsgeld alles kriegt. - Viel schlimmer, meint Salum, all die Osteuropäischen Chartergesellschaften, die nun Sansibar massenweise anfliegen, die würden keine Testergebnisse verlangen. Wie Magufuli spreche man dort offiziell nicht über Erkrankte. - Einziger Unterschied ist vielleicht, dass sich Putin nicht auch noch lächerlich macht mit seinen Kommentaren. Dort nimmt man die Toten offensichtlich einfach in Kauf.




4.Februar 2021

Raphael informiert mich, dass er vor unserem Treffen am Samstag mit zwei Personen in Kontakt war, die inzwischen positiv getestet wurden. Ich selber fühlte mich damals ziemlich krank, erkältet, später starker Husten, aber hohes Fieber habe ich nie gehabt. Am meisten beunruhigten mich die Schmerzen in der Lunge beim Husten. Doch wie gesagt, alles bereits viel besser, der Husten hat sich gelöst und nun kracht es schön, was die Leute erschreckt, mir selber aber viel lieber ist.

Ja, Corona ist hier auch ein Thema geworden. Drei Todesfälle in der Nachbarschaft, ob das immer Corona war, ist nicht klar, der Humor ist den Leuten aber nicht vergangen. Fahmy erzählt, der Totengräber habe gemeint, gute Zeiten, wenigstens der, bis zu 5 Todesfälle pro Tag, normalerweise nur 1-2. Masken sieht man immer noch sehr selten, doch ich habe ein neues Modell für meine Kollektion.


Anne, aus Frankreich angekommen, bringt mir das Modell „culottes“.


Ein Unterwäschehersteller produziert die, und so sehen sie auch aus. Typisch Franzosen, denen vergeht der Humor - und wohl auch das Rebellentum - nicht so schnell. Anne ist Apothekerin, so nehme ich an, dass diese Masken auch einigermassen getestet sind.

21.Januar 2021

Heute geht es südwärts nach Kizimkazi


Wieder einmal eine SUP Tour mit dem Club. Diesmal geht es an der Südwestküste südwärts Richtung Kizimkazi. Meine Bedenken, dass ich nicht gar zu erholt und die Tour zu anstrengend sei, verfliegen rasch. Wir haben starken Wind von links hinten, so dass man in Windeseile die 15 km der Küste entlang getrieben wird. Erstmals kriege ich ein Gefühl dafür, wie ich, leicht aufkreuzend, meinen Körper wie ein Segel ein setzen kann, was ich sehr geniesse.


Im Hintergrund die Halbinsel von Unguja Ukuuu.
Ankunft in Kisikula bei Kizimkazi


Das HypeRessort wo wir schliesslich anlegen, essen und am Pool „chillen“ - auch so ein Wort - enttäuscht mich dann aber. Die Architektur, Leute aus Dubai, ist zwar durchaus ästhetisch modern, doch vieles ist unpraktisch. Kein Schutz vor der Sonne, statt schattenspendende Bäume, wurden am Pool Palmen und niedrige Büsche gepflanzt. Zwar durchaus ästhetisch, aber leider ein schlechter Schutz vor der Abendsonne. Auch die Zimmer in den zerschreut auf dem Gelände liegenden Häuschen bieten mir zu wenig privacy. Manche haben ihre riesigen Glasfenster so ausgerichtet, dass man von den Wegen direkt ins Bett sieht. Wenn man hingegen die Vorhänge ziehen muss und nichts von der Vegetation sieht, die in den hinteren Bereichen des Geländes üppiger ist, dann sehe ich wenig Sinn in solchen Fenstern.



Das Resort Kisikula bei Kizimkazi


Aber definitiv. Der internationale InStyle ist definitiv auch in Sansibar angekommen. 

Mittwoch, 3. März 2021

20.Januar 2021

Markus konstatiert bei seinen zwei schwarzen ExFrauen starke narzisstische Probleme, die sie zu gewalttätigem Verhalten führe. Beide Frauen haben ihn tätlich angegriffen. Das komme von der fehlenden Mutterliebe hier, glaubt er, ein Defizit in der frühen Jugend. - Ich selber habe keine angelernten psychologischen Kenntnisse, meine Psychologie fusst auf Lebenserfahrung.



Ob man das als Narzissmus bezeichnen kann? Ich selber treffe hier immer wieder Leute, die so sehr auf sich selber konzentriert sind, dass sie ihre Umgebung nur verschwommen wahrnehmen und sich so auch schwer in der Gesellschaft mit ihren Leistungen einordnen können. Allerdings nicht nur bei Schwarzen - wo vielleicht auch noch ein kultureller Faktor mitspielt, den wir nicht verstehen können. Auch bei den vielen plötzlich auftauchenden Weissen, die versuchen, sich hier nieder zu lassen. Ein gewisser Realitätsverlust. Vielleicht lädt Afrika ja auch dazu ein?
 

19.Januar 2021Der Geruch des

Der Geruch des Todes

Seit Tagen hat es im Unterstand in Vuga,.......

.......wo wir die kleinen Kätzchen pflegen, einen sehr unangenehmen Geruch. Das kommt nicht von den Katzen. Doch stinken die auch dort übernachtenden Hühner derartig widerlich?


Möchte den jemand adoptieren? Ist ein ganz Verschmuuster.


Jomarie meint, das sei der Geruch des Todes. - Was, ich würde diesen Verwesungsgeruch nicht kennen? In Südafrika habe es entlang der Strassen viele verendete Tiere, ob das denn in der Schweiz anders sei? - Effektiv ist vor 5 Tagen eines der Kätzchen, das sehr schlecht ausgesehen hat, verschwunden. Wahrscheinlich ist es in den kleinen Raum dahinter gekrochen, wo allerlei Gerümpel aufbewahrt wird. Katzen verkriechen sich meist, wenn sie den Tod kommen fühlen.


Montag, 1. März 2021

18.Januar 2021

Babs zeigt sich am Telefon  besorgt über Corona, die neue ansteckendere Variante, Valerie aus Paris ebenfalls. Sie sagt ihren bereits angekündigten Besuch im Februar ab. Die Regierung habe gemeint, man solle nur noch für unaufschiebbare Dinge verreisen. Das macht mir nun doch Sorgen, dann normalerweise schert sich Valerie - eine Eigenart der Franzosen - einen Deut darum, was die Regierung sagt. Zum Glück kommt dann einen Tag später noch ein Mail, .......und ja, sie habe sich frisch verliebt, das Reisen sei so etwas weniger dringlich. - Schade, ich hätte sie sehr gerne einmal hier in Sansibar begrüsst. Aber klar, wenn man sich mit 50ig nochmals verliebt, dann ist das schon toll und muss genossen werden.


Auch hier nehmen nach den Erschwerungen in Europa die Gerüchte zu. Es soll Warteschlangen  vor dem Testzentrum geben und Mishmish, der Lädeler um die Ecke, begrüsst mich mich mit der Neuheit, in der Nachbarschaft sei jemand an Corona gestorben.

17.Januar 2021

Im Moment ist eine meiner Haupttätigkeiten das Begraben von Kätzchen.....

Heute Morgen sehr früh - bereits zwei Mal bin ich in der Nacht schauen gegangen, es blieb immer ruhig und ich war froh, weil sehr müde - nehme ich das winzige Kätzchen aus seinem Käfig zum füttern. Sofort weiss ich, dass etwas Schreckliches passiert ist, es liegt reglos auf der Seite und stösst einen klagenden Schrei aus, den ich so noch nie gehört habe, es leidet offensichtlich. Sofort bette ich es in Tüchern auf eine Wärmeflasche und streichele es am Kopf. Dass da nichts mehr zu machen ist, ist klar. Ich schaffe es jedoch, dass es zwischen den krampfartigen Schmerzen, die in Abständen zurück kehren, leise in seiner Babystimme zufrieden mit mir plaudert. Nach einer Stunde ist das Kleine zum Glück erlöst.

Ein weiteres hübsches Kleines, das es nicht geschafft hat

Auch unten stirbt ein Kätzchen, das dritte in dieser Seuchenwelle, eines wurde überfahren, so verbleibt ein einziges Tierchen aus dieser Generation.