Montag, 30. April 2018

2018.04.25, Sansibar

Vor zwei Tagen ist auch Foro gestorben, ich habe zusammen mit ihm gelitten, es war furchtbar. Als ihn der Tierarzt zur Behandlung mitnehmen wollte, bemerkte Salum, dass er aufgehört habe zu atmen. Für mich war das besser, nicht nochmals eine Katze, die unterwegs unter Stress stirbt. Ich habe ihn hochgehoben, er war noch warm und weich und blickte mich zum ersten Mal seit Tagen irgendwie entspannt und glücklich an. Er liegt nun begraben in einem Blumentopf auf meiner Terrasse, wie Jojo. Nierenversagen, dann Nierenblutung meinte der Tierarzt nach der Obduktion, auch in ihn habe ich das Vertrauen verloren. Die dritte meiner Katzen starb, und das in nur einem halben Jahr.




Jetzt bin ich bereits im Flughafen von Daresalaam am Warten, ein aufwühlender Schluss, ich hoffe, meine vier weiteren Katzenwaisen, die mit Foro ihren grossen und einigenden Bruder verloren haben, kommen ohne mich zurecht. Röteli, das übrig gebliebene Männchen ist noch nicht reif, dieses Harem zu übernehmen. Er war nun mir gegenüber wieder zurückhaltender als vor Foros Tod, er war immer ein scheues und ängstliches Wesen. Wie werde ich meine vier Katzen das nächste Mal antreffen? Und : Werde ich sie noch alle antreffen? Abschied nehmen ist so nicht einfach.
Zumal auch noch eine weitere hübsche und merkwürdig charakterstarke Dreifärberin meiner Fürsorge bedürfte. Ein junges dreifarbiges Weibchen, das ich häufig neben der kleinen Moschee beim Holzkohleverkäufer gesehen habe. Ein schmutziger Ort, Abfall lockt die Katzen an. Dieses Weibchen wirkt nicht krank, ist nicht schlecht genährt, ich möchte ihm einen Platz in einem Haushalt finden, doch leider ist es immer furchtbar schmutzig. So kriegt die Dame ein Bad mit Haarshampo, was sie gar nicht mag. Später beginnt sich die Katze aber selber zu putzen und nach zwei Tagen sieht sie bereits viel besser aus. Ich denke, sie gäbe eine gute Hauskatze ab, sehr anhänglich, fast etwas zu viel für mich. Doch im Moment kann ich sie nicht im Haus behalten, sie ist kaum stubenrein und ob die zwei Studentinnen noch mehr als 4 Katzen betreuen möchten ist unwahrscheinlich. So lasse ich sie vor meiner Abreise schweren Herzens in der Gasse zurück. Sie wäre so gerne eine Hauskatze geworden und hat sich Mühe gegeben.

Neben all diesen traurigen Gefühlen ist da aber auch etwas, das mich aufwühlt. Der Besitzer von Chango, ein grosser, sehr gut Englisch sprechender Nachbar. Er ist emotional wie ich, was die Leute hier normalerweise nicht sind, insbesondere Männer. Als Chango stirbt, kämpft er mit den Tränen. Doch heute, als ich ihm sage, dass ich abreise, warum denn jetzt? Da ist etwas, auch bei mir, nicht nur unsere gemeinsame Liebe zu Katzen. Es lässt mich traurig und gleichzeitig verwirrt zurück.

1 Kommentar:

Bhanu hat gesagt…

Good blog Post....
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