Freitag, 4. Dezember 2020

23.November 2020

Heute vor rund einem Jahr hat Goodluck für die Katzenklinik zu arbeiten begonnen. Ich finde es deshalb den passenden Moment, zurück zu blicken und zu schauen, was jetzt ist.In letzter Zeit bin ich nicht zufrieden. Wie ganz allgemein hier während der Wahlen und nun in der anschliessenden Regenzeit, habe ich dass Gefühl, dass die Leute lethargisch geworden sind, es fehlt an Energie. Disziplin und Hygiene haben gelitten. Wenn ich unangemeldet in der Klinik auftauche, sind wenige der Angestellten dort oder sie hängen herum und fast jedes Mal ist jemand krank. Und kastrierte Katzen kommen mit Krankheiten zurück, die sie sich in der Klinik geholt haben. Ich bin enttäuscht und tue das auch kund - denke ich.


So bin ich etwas erstaunt, dass Goodluck beim Gespräch als erstes erwähnt, dass er über Weihnachten zwei Wochen zurück zu seiner Familie aufs Festland wolle. Daran ist zwar nichts Schlechtes, er hat effektiv seit letzter Weihnachten keine Ferien gehabt, erstaunlich ist viel mehr, dass ihn meine nun deutlich geäusserte Kritik überrascht und er auch noch den Wunsch für eine Gehaltserhöhung um rund einen Viertel ausspricht. - Merkwürdig, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sein können. 

Immerhin bedankt sich Goodluck anschliessend für meine offene Kritik und verspricht, darüber nachzudenken. Eine allfällige Gehaltserhöhung vertage ich auf nächstes Jahr, was er versteht.

Samstag, 28. November 2020

21.November 2020

 
Besuch bei einem Schweizer, der ein schönes modernes Betongebäude in Bweni gebaut hat und eine Galerie mit Afrikanischer Kunst betreibt. Von Beruf ursprünglich Schreiner, hat er lange in der Entwicklungshilfe gearbeitet. Wie die meisten Leute, die länger „im business“ gewesen sind, zweifelt auch er am Gutmeinen und auch Guttun dieser Sache. Meistens helfe man aus Egoismus. Ich pflichte ihm bei, denn ich ertrug ganz einfach das Leiden der vielen kranken Strassenkatzen hier nicht mehr, das trübte meinen Lebensgenuss. Auch erzählt er von einer recht bekannten Schweizerischen Entwicklungsorganisation, ich will den Namen nicht erwähnen, deren Leute er gut kenne. Doch, das sei häufig, dass Spender sagen würden, die Hälfte des Geldes, müsse zurück auf ihr Konto fliessen. Ob die Hilfsorganisation denn da mitgemacht habe, frage ich? - Ja klar, Geld brauchten ja alle, weshalb solche Bedingungen in Kauf genommen würden. Ein Freund von ihm sei aus einem Stiftungsrat ausgetreten, weil es dort, mangels Einnahmen, so weit gekommen sei, dass man gar keine Projekte mehr fördern konnte und das Hauptanliegen gewesen sei, die Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten. - Was ja kaum im Sinne der Spender sein könne.

Freitag, 27. November 2020

Am 16.Juli habe ich endlich alles Verlangte beisammen gehabt und gehofft, nun meine Tansanische Identitätsnummer zu erhalten, die mir vieles erleichtern wird. Dass es sehr lange dauert, bis man dieses kleine plastifizierte Kärtchen kriegt, habe ich bereits gewusst, doch beteuerte man mir, dass man mir die Nummer per SMS zusenden werde und dies dann genug sei, damit ich alleine beispielsweise eine Telefonnummer beantragen kann. Nichts geschah.


Weshalb ich gestern Salum in die Immigration schickte, er solle nachfragen, was nun mit meiner Nummer geschehen sei. Er kam zurück und meinte, alle drei Computer hätten die dort durchsucht, aber mein Dossier nicht mehr gefunden, wir müssten wieder von vorne anfangen. So gehen wir heute ein weiteres Mal dorthin, nun habe ich allerdings meinen Pass dabei, und eine andere Frau sitzt im Büro. Doch, doch, hier sei meine Tansanische Identitäts-Nummer. Die Karte, die folge dann noch.


Ich bin nun stolze Besitzerin einer Tansanischen ID.
 

19.November 2020

Meine Coiffeuse hier ist Marokkanerin. Sie hat einen schönen Salon im Touristenquartier wo auch noch Massagen angeboten werden. Als ich letzte Woche meine Haare schneiden wollte, sagte mir die Angestellte, sie sei momentan in Marokko, weshalb ich mir eine Rückenmassage genehmigte.

Mein neuer Coiffeur.....

Doch die Haare müssen in der Hitze weg. So befolge ich Salum’s Rat - er war nie zufrieden mit dem Ergebnis der Marokkanerin - doch zum Herrencoiffeur gleich um die Ecke zu gehen. Der Rastatyp macht das wirklich gut. Wenn er keine Kundschaft hat, spielt vor dem Laden Gitarre. Er erzählt mir, dass er nie eine Coiffeurschule besucht habe. Er und sein Bruder hätten das vom Vater gelernt und den Laden nun übernommen.


....macht seinen Job wirklich gut.


Sonntag, 22. November 2020

13.November 2020


Erster Corona Toter, den ich persönlich gekannt habe. Der Vater eines Bekannten in der Schweiz ist heute früh mit 97 Jahren friedlich verstorben. Er war sein Leben lang gesund und gehässig und hat sich in seinem luxuriösen Altersheim vor 6 Monaten mit Corona infiziert. Zwar ist die Krankheit gut verlaufen und geheilt, doch vermutlich hat die Todesursache doch einen Zusammenhang mit dieser Krankheit. Mindestens wurde er bei seinem Tod immer noch positiv auf Corona getestet.

Montag, 16. November 2020

2.November 2020

Die Regenzeit hat vor rund 10 Tagen eingesetzt. Die vielen Touristen in der Stadt scheinen davon wenig gewusst zu haben, die wollten einfach an die Wärme und vermutlich weg von der Maskenpflicht. Gestern war ein recht sonniger Tag, doch heute wieder Regen. Nicht tosender Regen wie in der Frühlingsregenzeit, doch immerhin, zwischendurch kann man recht nass werden und Wäsche hängen ist eine Lotterie. Die Luftfeuchtigkeit ist enorm, sofort ist man gänzlich verschwitzt, fühlt sich dauernd schmutzig, ein ekliges Gefühl. Und wenn, wie heute Morgen, auch noch der Strom ausfällt und die Wasserpumpen nicht arbeiten, dann liegt nicht einmal eine warme Dusche drin. - Es sind keine lustigen Tage. Zumal das Internet ebenfalls sehr unzuverlässig bleibt. Die kleinsten Tätigkeiten werden mühsam. Eine Art Lähmung scheint mir von der ganzen Insel Besitz ergriffen zu haben, Leben in Zeitlupe, ein Dämmerzustand. Und sich damit abfinden lernen, das nichts so geht wie geplant. Und aufpassen, nicht in eine Depression zu versinken.

Begrüssung von Fahmi: Regen, kein Strom, kein Wasser, kein Internet, tonnenweise Mücken - aber wenigstens haben wir kein Covid.....

Regenwetter, oder das Komfortbedürfnis von Katzen ist einzigartig.....

11.November 202w0

Die Kätzchengruppe in unserer Dependance in Vuga kuschelt bei Regen zusammen.

Die bisher gut über die Runde gekommene Kätzchengruppe in Vuga kriegt „cat flue“,die drei Kleinsten musste ich gestern in die Klinik bringenden, sie riskierten ihre Augen zu verlieren. Auch Rosso niest und hat Mühe zu atmen. Im Erdgeschoss sind drei neue Kätzchen hinzu gekommen, es hört nicht auf. Ein Transfer nach Vuga ist im Moment nicht möglich, erst müssen sich dort die Gesundheitsbedingungen verbessern.


Die Kätzchen unterschiedlichen Alters schauen gut zueinander und sind sich Geschwister- und Mutterersatz.